Jan

So, jetzt ist es soweit.

Ich bin ja wahrlich kein Power-User und habe schon öfter mit dem Gedanken gespielt, mich aus der Plattform zu verabschieden. Ich poste seltenst etwas – Fotos des Mittagessens oder ähnlich spannende Statusmeldungen wird man von mir nicht finden – ich nutze Facebook eher dazu, mit einzelnen Leuten oder Gruppen in Kontakt zu bleiben. Da sind sie halt alle (anders als bei google+, wo ich bis vor Kurzem einen Account hatte – nur sonst niemand).

Man will auch auf dem Laufenden bleiben. Social Media. Social Marketing. Man will ja wissen, wie es geht, das Medium verstehen. Die Kunden tummeln sich da. Gründe gäbe es durchaus, dabei zu bleiben.

Die neue Datenschutzrichtlinie, die ab morgen für jeden gilt, der sich bei Facebook einloggt, gibt nun aber endgültig den Anstoß. Ich werde meinen Account löschen.

Die Menge an Daten, die Facebook von einem speichert, nutzt, verwertet und vermarktet, ist schon jetzt gewaltig. Ab morgen dehnt Facebook die personalisierte Datensammlung und Verwertung umfassend auch auf außerhalb Facebooks getrackte Daten aus. Wer drin bleibt, stimmt schweigend zu. Ob mit deutschem Datenschutzrecht vereinbar oder nicht – die Marktmacht steht wieder einmal über allen Bedenken.

Man kann sicher auf dem Standpunkt stehen, es sei doch egal, ob Facebook weiß, wo und wie ich im Internet unterwegs bin. Man habe doch nichts zu verbergen. Ich sage sogar, sie wissen es sowieso. Und nicht nur sie. Wer mal ghostery installiert hat, weiß wovon ich spreche. Dass es technisch machbar ist, diese Mengen an Daten zu speichern, zu verwalten und auszuwerten, steht außer Frage. Dass es auch getan wird, ist ziemlich wahrscheinlich.

Eine andere Sache ist, sich als privates Unternehmen legitimieren zu lassen, diese Daten auch legal nutzen und verwerten zu dürfen. Dies einfach mal so “by the way”. Und das in einem Umfeld, wo sich eine gefühlte Mehrheit über die Überwachungspraktiken von Geheimdiensten oder die Vorratsdatenspeicherung für staatliche Stellen aufregt. Privatheit war gestern?

Vielleicht erscheint es dem ein oder anderen albern. Aber mir geht das zu weit. Der Nutzen, den ich aus Facebook ziehe, ist mir im Vergleich viel zu klein.

Ich bin noch bei xing, ich habe einen Twitter-Account (den ich aber auch kaum nutze). Das sollte genügen. Und wer über ein “social network” mit mir kommunizieren möchte, kann das auf ELLO tun. Das probiere ich mal aus. Lasst Euch einladen… https://ello.co/julianmandrion

 

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